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Die Bestattungskultur ist in stetem Wandel – was das für unsere Region, für die „Pietät“ Marktredwitz und auch ganz konkret für Sie bedeutet, darüber informieren wir Sie hier in regelmäßigen Abständen!

Aufgrund steigender Sozialkosten werden im  Alter eigene Ersparnisse häufig aufgebraucht. Im Todesfall wird die Gestaltung der Trauerfeier deshalb immer öfter von Kostenfragen überlagert. Ein Grund für die Zunahme anonymer Bestattungen ist sicherlich auch die unzureichende Todesfall-Absicherung vieler Menschen. Friedhofsträger und Bestatter bleiben vermehrt auf ihren Kosten sitzen. Eine Sterbegeldabsicherung kann helfen, die Familie vor Belastungen im Todesfall zu schützen. Außerdem wird damit gewährleistet, dass für die Trauerfeier Kostenerwägungen in den Hintergrund treten können. Die Leistungen der Sterbekassen werden,  aus Unkenntnis der Gewinnbeteiligung, zu Unrecht unterbewertet. Es wird nicht berücksichtigt, dass von einer Sterbekasse das Risiko einer sofortigen Auszahlung, der vollen oder anteiligen Vertragssumme, kalkuliert werden muss. Bereits nach kurzer Wartezeit wird ein viel höherer Betrag ausbezahlt, als vom Versicherten einbezahlt wurde. Eine Sterbekasse muss deshalb jederzeit in der Lage sein, das im Vergleich zu den eingezahlten Beiträgen, höhere Sterbegeld auszahlen zu können. Da ein Leistungsfall nicht vorhergesagt werden kann, scheidet eine Lebensversicherung als Vorsorge für Bestattungskosten aus. Die meisten Sterbekassen haben zudem einen besseren Garantiezins als Lebensversicherungen. Die Einzahlungen des Versicherten werden, nach Abzug von Verwaltungskosten, mit dem Garantiezins, z. B. 1,75 % verzinst. Zusätzliche Gewinne erhalten die Versicherten. Das ursprünglich versicherte Sterbegeld kann sich durch diese Gewinnbeteiligung verdoppeln. Die Absicherung über eine Sterbekasse ist im Vergleich zu Treuhandkonten und weiteren Anlagemöglichkeiten i.d.R. die bessere Option. Letztendlich sollte man nicht vergessen, dass Rücklagen, Ersparnisse und Lebensversicherungen vorzeitig aufgebraucht werden und im Ernstfall nicht mehr zur Verfügung stehen.

Anlässlich der Vertreterversammlung des Feuerbestattungsverein wurde durch den Vorstand darauf hingewiesen, dass die Niedrigzinsen alle Sterbekassen vor wachsende Probleme stellen. Es ist schwierig, den Garantiezins von 3,5 % für Alt-Tarife zu erzielen. Neu angelegte Gelder bringen weniger als 2 % Rendite. Hochverzinsliche Anlagen des Vereins laufen aus. Risiko-Kapitalanlagen kommen nicht in Betracht. Um den Garantiezins zu stützen, ist ein Kapitalbedarf von 6 Millionen Euro notwendig. Diese Summe kann nur in mehreren Schritten aufgebracht werden. Durch das gute Ergebnis ist es dennoch möglich, die Rücklagen aufzustocken. Die Gewinnbeteiligung, der Mitglieder von 20 % auf die Vertragssumme, ist nicht gefährdet. Die wenigsten Sterbekassen sind heute in der Lage, diesen Prozentsatz, zusätzlich auf das vereinbarte Sterbegeld, zu zahlen.

Vorerst ist die Finanzierung bis Ende 2021 gesichert. Voraussetzung für eine Auszahlung ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Aufsichtsbehörde. Eine Zahlung des Gewinnzuschlags ist, nach Erfüllung Wartezeit, auf Dauer möglich. Aufgrund der unsicheren Kapitalmarktsituation, sollen die Vertreter alle drei Jahre darüber neu entscheiden. Geschäftsführer Reul ging auf die gestiegenen Anforderungen für den Datenschutz ein. So können nur Vereinsmitglieder oder deren bevollmächtigte Vertreter Auskünfte erhalten. Telefonische Auskünfte sind schwierig bis unmöglich. Eine schriftliche Bestattungsvorsorge wird ebenfalls immer wichtiger. Von den meisten Menschen wird verdrängt, dass im Alter aufgrund von Schlaganfall oder Demenz eine Willenserklärung unmöglich ist.

Reul bezeichnet es als unverständlich, dass die Todesfallabsicherung von vielen Menschen als verzichtbar angesehen würde. Das Gegenteil sei der Fall! Bestattungskosten fallen immer an und werden generell unterschätzt. Gegenüber Bestattungs-Treuhandhinterlegungen hat eine Absicherung über den Verein Vorteile: Die Beiträge sind i.d.R. deutlich niedriger als die Absicherungssumme. Neben dem Garantiezins wird eine Gewinnbeteiligung gewährt. Hilfe im Trauerfall wird angeboten, wird jedoch den Angehörigen – ebenso wie die Art der Bestattung – freigestellt.

Umfangreiches Fachwissen ist sowohl bei den Bestattungsinstituten „Pietät“ als auch beim Feuerbestattungsverein notwendig. Mehrere Mitarbeiter wurden zum fachgeprüften Bestatter ausgebildet. Ein Kollege hat die schwierige Meisterprüfung im Bestattungsgewerbe bestanden. Die Fortbildung unserer Belegschaft soll dazu beitragen, die Qualität unserer Leistungen zu verbessern. Ab 2019 soll unser Angebot durch Einführung einer Vollmitgliedschaft ab Geburt erweitert werden. Bisher war lediglich eine Kindermitversicherung möglich. Mit ca. 25.000 Mitgliedern zählt der Feuerbestattungsverein mittlerweile, von insgesamt rund 700 Sterbekassen, zu den 20 größten Kassen Deutschlands.